Ehrlich fährt am längsten

Gespräch mit Thomas Marxrieser über die Neuorientierung der Firma

Es tut sich was bei Marxrieser. Das Unternehmen trägt jetzt nur noch Ihren Namen.

An der Eigentümerstruktur hat sich nichts geändert. Ich bin sehr froh, dass Manfred Rahofer genau so an meiner Seite ist wie die letzten Jahre – als Inhaber und Geschäftsführer. Es war einfach eine strategische Entscheidung, einen einzigen Namen zu kommunizieren. Es ist klarer und einfacher. Niemand hat „Marxrieser und Rahofer“ gesagt.

Sie hätten auch einen Namen erfinden können.

Das haben wir kurz überlegt. Es passt aber nicht zu unserer Firmenphilosophie: immer sagen, was Sache ist! Ehrlichkeit, Geradlinigkeit! Wir wollten uns nicht hinter einem Kunstnamen verstecken. Ich stehe mit meinem eigenen Namen für unsere Qualität ein.

Die Branche leidet ja ein wenig unter Imageproblemen.

Als ich mit Gebrauchtwagenhandel, Autoreparatur und Reifenhandel begonnen habe, war mir klar, ich kann das nur machen, wenn ich „ich selbst“ bleibe. Und ich muss darüber reden, dass wir anders sind! Darum verwenden wir heute unter anderem den Spruch „Ehrlich fährt am längsten“. Ich will, dass die Kunden bei uns Transparenz und Ehrlichkeit bekommen wie bei einem Arztbesuch.

Der Betrieb in Strengberg wird unter das gemeinsame Dach gestellt. Warum war das notwendig?

Mit Strengberg bin ich seit Jahren innig verbunden. Mein Vater hat den Betrieb geleitet, hat sich jetzt aber zurückgezogen. Wir haben beide Standorte daher mit 1. Jänner 2019 in einer einzigen Firmenstruktur zusammengeführt. Das zeigt sich auch in der Optik. Natürlich heißt der Betrieb in Strengberg jetzt auch „Marxrieser“ und wird, genauso wie Leonding, von Manfred Rahofer und mir geleitet. Wirklich vor Ort bin aber hauptsächlich ich. Es ist schließlich auch mein Herzblut.

Kann man einen Betrieb leiten, wenn man nicht immer da ist?

Heini Staudinger kann auch nicht in jeder seiner GEA-Filialen gleichzeitig sein. Außerdem glaube ich an Werte. Ehrlichkeit ist ein echter Wert. Die Zeiten hierarchischer patriarchaler Strukturen sind vorbei. Es sind heute starke Werte, die führen, nicht starke Männer. Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „Ehrlichkeit“ verstanden haben, dann werden sie es leben, auch wenn ich gerade nicht da bin.

Was bedeutet das für die Kundinnen und Kunden?

Eine schöne Zukunft. Ehrlich fährt am längsten. Das wird unter einem einzigen Dach noch besser zu realisieren sein.