Ölwechsel im Automatikgetriebe

Trend Nummer 2: Automatikgetriebe. Die Leute freunden sich damit an, dass das Auto für sie schaltet. Manfred Rahofer erklärt, warum man ab und zu das Öl im Getriebe wechseln muss.

Früher herrschte die Annahme, dass man sportlicher, besser und sparsamer fährt, wenn man schaltet. Die Automatik hatte keinen guten Ruf. Das stimmt heute sicher nicht mehr. Automatik ist präzise und bequem. Sie liegt im Trend. Im Volksmund ist alles, was man nicht selber schalten muss, eine Automatik. Um genau zu sein, gibt es Doppelkupplungsgetriebe, stufenlose Automatikgetriebe, automatisierte Schaltgetriebe und eine Wandlerautomatik. Letztere ist die „klassische“ Automatik und sie wird in der Wartung von den Herstellern stiefmütterlich behandelt. Viele Hersteller sagen, dass die Erstebfüllung der Automatikgetriebes mit Öl die Lebensdauer des Fahrzeugs aushält. Das hört sich für den Autofahrer so an, als müsste man sich darum nicht kümmern. Schön wär‘s.

Drehen und reiben. Es ist aber so, dass im Laufe der Zeit die Viskosität von Öl abnimmt, man hat Abrieb, Verschmutzung, Verheizung vom Öl und einfach einen gewissen Wasseranteil im Öl. Die Leute kommen natürlich, wenn es Funktionsstörungen gibt. Die Gänge gehen nicht mehr schön rein, oder sie werden nicht mehr sauber durchgeschalten. Das ist ein Indiz, dass die Qualität vom Öl nicht mehr passt, es hat viele Verunreinigungen oder es ist schon zuviel Abrieb im Öl. Dann muss man damit rechnen, dass bereits Defekte vorhanden sind.

Die Chance, das mit einem reinen Flüssigkeitswechsel in Ordnung zu bringen, liegt noch bei vielleicht 50 Prozent. Man muss bedenken, dass da drinnen ganz ganz feine Bohrungen sind. Es sind in einem Automatikgetriebe sehr kleine und empfindliche mechanische Bauteile verbaut, die in Bewegung sind und durch ein qualitativ hochwertiges Öl darin unterstützt werden müssen.

Das alte Öl muss restlos raus. Wenn wir dann bei einem Automatikgetriebe einen Ölwechsel machen, sehen wir den Unterschied. Das alte Öl ist schwarz und unappetitlich, und daneben das Öl im frischen Behälter ist durchsichtig rot. Man merkt es sogar am Geruch. Das Öl riecht verheizt. Wir haben bei uns in der Werkstatt die Möglichkeit, mit einer Maschine das alte Öl restlos aus dem Getriebe einer Wandlerautomatik zu entfernen. Das sollte man regelmäßig und sorgfältig machen. Der Aufwand ist überschaubar. Denn es ist ja so, dass Automatikgetriebe vom Hersteller nicht repariert werden. Die werden eingeschickt, dann bekommt man ein Tauschgetriebe, und dann sind gleich einmal 10.000 Euro weg. Das kann man sich sparen.

Bei den Doppelkupplungsgetrieben geben die Hersteller schon Empfehlungen ab, sie alle 60.000 km zu warten. Aber für die gängige Wandlerautomatik gibt es das generell nicht.

Wir haben bei uns in der Werkstatt einen Anteil von ungefähr 15 Prozent an Automatikgetrieben derzeit, Tendenz steigend. Das wird noch ein größeres Thema, daher weisen wir zeitgerecht darauf hin, dass es da Aufmerksamkeit braucht. Leute, die zu uns kommen, werden ohnehin beraten.